Glaubensbekenntnis

Die Täufer (Mennoniten) betrachteten ihre Bekenntnisse stets als öffentliches Zeugnis dessen, was sie glaubten, ausgehend von und verwurzelt in der Bibel, dem Wort Gottes. Merkmale der Mennoniten sind eine hohe Wertschätzung der Bibel, die Betonung der Priesterschaft aller Gläubigen sowie die persönliche Nachfolge und Jüngerschaft.

Gemeinde wird als eine Gemeinschaft des Heils gelebt und als Friedenskirche im Dienst der Versöhnung verstanden. In seinem Buch „What is an Anabaptist Christian“ fasst Palmer Becker treffend zusammen, was täuferische Christen ausmacht: Für sie ist Christus im Zentrum ihres Glaubens, Gemeinde im Zentrum ihres Lebens und Versöhnung im Zentrum ihres Handelns.

Wir glauben an den einen, wahren, lebendigen Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde. Gott ist unendlich weise und allmächtig, ein gerechter Richter, voll unerschöpflicher und unveränderlicher Liebe. Gott ist der König, der über alles Sichtbare und Unsichtbare herrscht, der Hirte, der Verlorene und Hilflose rettet. Gott ist eine Zuflucht und Burg für alle, die in Not sind. Gott ist ein verzehrendes Feuer, absolut heilig, doch voller Gnade und Geduld. Gott erzieht und tröstet wie eine liebende Mutter. Er ist wie ein fürsorglicher Vater und wie ein treuer Ehemann.

Wir ehren und bekennen Gott als ewigen Vater, Sohn und Heiligen Geist.

Gott, der Vater Gott,

der Vater, ist der Ursprung allen Lebens. In Ihm leben und existieren wir. Der Vater sucht Menschen, die Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten, und hört die Gebete aller, die Ihn anrufen. Der Vater sandte den Sohn zur Erlösung der Welt und nimmt durch Jesus Christus alle an, die dem Evangelium vertrauen. Er vergibt denen, die ihre Sünden bekennen und bereuen und den Bund des Glaubens mit Ihm eingehen. Gott gibt Seinen Kindern den Heiligen Geist als Tröster und Helfer. Mit rettender Liebe und der Macht Seines Schöpferwortes erhält Er diese Welt bis zum Ende der Zeit.

Gott, der Sohn Gott,

der Sohn, durch den alle Dinge geschaffen wurden und der alles zusammenhält, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes. Vom Heiligen Geist empfangen und geboren von der Jungfrau Maria, nahm Jesus menschliche Gestalt an, um die gefallene Welt zu erlösen. Als gehorsamer und sündloser Mensch offenbarte Er das Wesen und den Willen Gottes, des Vaters, und wurde das Vorbild eines erfüllten Lebens. In Wort und Tat verkündigte Jesus die Herrschaft Gottes, indem Er den Armen die Gute Nachricht brachte, die Gefangenen befreite und den Blinden das Augenlicht wiederherstellte. Jesus, der Messias, triumphierte durch Seinen Tod und Seine Auferstehung über die Sünde. Deshalb erhöhte Ihn Gott zum Herrn der Schöpfung und der Gemeinde. Als Menschenfreund und Retter der Welt lädt Er alle Menschen ein sich mit Gott versöhnen zu lassen. Er bietet ihnen Frieden an und ruft sie auf, nicht für sich selbst zu leben, sondern Ihm nachzufolgen, indem sie Sein Kreuz auf sich nehmen. Bis Jesus, der Herr, in Herrlichkeit zurückkehrt, tritt Er als Fürsprecher für die Gläubigen ein und ruft sie auf Seine Zeugen zu sein.

Gott, der Heilige Geist

Gott, der Heilige Geist, der eins ist mit dem Vater und dem Sohn, ist von Ihnen gesandt, um im Menschen die Erlösung zu verwirklichen. Der Geist überzeugt Menschen von ihrer Sünde und bewirkt die Wiedergeburt. Er leitet sie in alle Wahrheit und verherrlicht Jesus Christus. Durch den Geist werden alle Gläubigen zu einem Leib getauft. Er wohnt in ihnen und bezeugt, dass sie Gottes Kinder sind. Er teilt Gaben für den Dienst zu und bevollmächtigt sie Zeugen zu sein und gute Frucht zu bringen. Als Tröster hilft der Heilige Geist den Kindern Gottes in ihrer Schwachheit, tritt für sie gemäß dem Willen Gottes ein und gibt ihnen die Gewissheit des ewigen Lebens.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1
  • 2 Mo 15,2-3; 2 Mo 34,6-7
  • 5 Mo 6,4-6
  • Ps 23; Ps 139
  • Jes 55,8-9; Jes 66,12-13
  • Jer 31,31 -34
  • Hos 11,1-4
  • Mt 5-7; Mt 28,18-20
  • Mk 8,34-38
  • Lk 4,18-19
  • Joh 1,1-18; Joh 4,24; Joh 14,26; Joh 16,7-15; Joh 16,7-15
  • Apg 1,8; Apg 2,1-4
  • Röm 8,1-17.26-27
  • 1 Kor 12,4-7.13; 1 Kor 13-14; 1 Kor 15,3-8
  • 2 Kor 1,22; 2 Kor 5,16-21; 2 Kor 13,14
  • Gal 5,22-23
  • Eph 1,13-2,22; Eph 3,14-21
  • Phil 2,6-11
  • Kol 1,15-20
  • 1 Tim 6,15-16; 2 Tim 2,11-13
  • Heb 1,3; 12,7-11; Heb 2, 5-18
  • 1 Petr 2,21-25
  • 1 Joh 2,2
  • Offb 5,5-6+9-10

Gott offenbart sich selbst

Wir glauben, dass Gott sich allen Menschen offenbart. Gottes Kraft und Wesen sind von Anfang an in der Schöpfung erkennbar. Das Alte Testament offenbart Gott als denjenigen, der eine Bundesbeziehung mit dem Volk Israel begonnen hat, um dadurch alle Menschen mit Seinem ewigen Erlösungsplan zu erreichen. Im Neuen Testament offenbart Er sich am deutlichsten und endgültig in Jesus Christus. Auch heute noch spricht Gott durch den Heiligen Geist zu Einzelnen und zur Gemeinde, aber nie im Widerspruch zum geschriebenen Wort.

Das geschriebene Wort Gottes

Wir glauben, dass die ganze Bibel von Gott inspiriert wurde, indem ihre Autoren vom Heiligen Geist geleitet wurden. Derselbe Geist leitet die Glaubensgemeinschaft in der Auslegung der Schrift. Durch die Person, die Lehre und das Leben Jesu Christi verstehen wir die Bibel. Das Alte Testament kündigt Ihn an und das Neue Testament verkündigt Ihn. Wir erkennen die Bibel als das unfehlbare Wort Gottes und die verbindliche Autorität für alle Glaubens- und Lebensfragen an.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 9,1-17; 1 Mo 12,1-3
  • 2 Mo 6,2-8
  • Ps 19,1-11; Ps 119
  • Mt 5,17-18
  • Lk 24,27, 44 -47
  • Joh 1,16-18; Joh 14,26; Joh 16,13
  • Apg 8,34-35
  • Röm 1,18-21
  • Heb 1,1-2; Heb 4,12
  • Kol 1,15-23
  • 2 Tim 3,14-17
  • 2 Petr 1,16-21

Schöpfung

Wir glauben, dass Gott am Anfang Himmel und Erde schuf und alles sehr gut war. Die Schöpfung preist die Weisheit und Macht Gottes und ruft alle auf Ihn anzubeten. Sie bringt Gottes Souveränität, Majestät und Macht zum Ausdruck, unterscheidet sich jedoch von dem Schöpfer selbst. Gott ist Herr und Bewahrer des Universums, an dem Er sich freut.

Menschheit

Gott schuf Menschen, damit sie mit Ihm und miteinander in Gemeinschaft und Beziehung leben. Er schuf sie als Mann und Frau zu Seinem Ebenbild. Der Schöpfer gab ihnen den Auftrag Seine Schöpfung zu entfalten, zu bewahren und in Seinem Sinne zu verwalten. Er hat ihnen die Freiheit gegeben sich für oder gegen Gott zu entscheiden. Durch den bewussten Ungehorsam von Adam und Eva kam die Sünde in diese Welt. Die Folge ist eine entstellte menschliche Natur und die Entfremdung des Menschen von Gott und der Schöpfung. Seitdem stehen sie unter dem Fluch des Verfalls, und sowohl die Schöpfung als auch die Menschheit warten darauf erlöst zu werden.

Die Hoffnung der neuen Schöpfung

Sünde, Schuld und Tod werden nicht ewig herrschen. Gott wird einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, wo es kein Böses, kein Leid und keinen Tod mehr geben wird. Die ersten Zeichen dieser neuen Schöpfung sind in den Gläubigen und der lokalen Gemeinde schon gegenwärtig. In der Vollendung wird alles in Christus neu geschaffen sein.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1-3
  • Ps 8,6; Ps 19,1-6; Ps 24,1-2; Ps 89,12-13; Ps 95,4-6; Ps 104
  • Spr 8,22-31
  • Jes 40,12-31; Jes 44 ,24
  • Joh 1,1-4; Joh 17,5
  • Röm 1,19-20; Röm 5,17+21; Röm 6,4+5; Röm 8,18-25
  • 1 Kor 8,6; 1 Kor 15,20-28.53
  • 2 Kor 3,18; 2 Kor 4,6; 2 Kor 5,16-19
  • Gal 6,15
  • Eph 1,4. 9-10; Eph 2,11-22; Eph 4,24
  • Kol 1,15-17
  • Heb 11,3

Sünde und ihre Folgen

Wir glauben, dass die ersten Menschen dem Bösen gehorchten und der Sünde erlagen. Dadurch haben alle Menschen die Herrlichkeit Gottes verloren. Die Sünde und das Böse haben in der Welt Fuß gefasst und widersetzen sich dem Willen Gottes. Dies entfremdet den Menschen von Gott, Seiner Schöpfung, seinen Mitmenschen und sich selbst. Seitdem sind alle Menschen Sünder, sündigen und leben getrennt von Gott. Gott bestraft dies mit dem physischen und geistlichen Tod.

Mächte und Gewalten

Die Sünde ist eine Macht, die zur Versklavung der Menschheit geführt hat. Satan, der Widersacher Gottes, will Herrscher der Schöpfung werden und nutzt die Sünde, um den Menschen mit Stolz und Selbstsucht zu zerstören. Unter dem Einfluss der Sünde wenden Menschen sich von Gott ab und ersetzen die Wahrheit durch Lüge. Anstatt dem Schöpfer zu dienen, beten sie die Schöpfung und das Böse an. Durch die Sünde öffnen sich Einzelne und Gruppen der Sklaverei dämonischer Mächte und Gewalten. Diese Mächte zeigen sich auch in politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, gesellschaftlichen und sogar religiösen Systemen, um Menschen von Wahrheit und Liebe, Recht und Gerechtigkeit abzubringen. Worte, Taten, Gedanken und Einstellungen aller Menschen stehen unter der Herrschaft der Sünde. Die Menschen sind, auf sich selbst gestellt, dieser Macht hilflos ausgeliefert.

Die Gemeinschaft der Gläubigen ist aufgerufen, sich durch die Kraft des Heiligen Geistes diesen Mächten und Gewalten zu widersetzen und so Zeugnis für das Reich Gottes zu sein.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 3; 1 Mo 6,11-12
  • Ps 14,1-3; Ps 36,1-4; Ps 52,17; Ps 58,1-5
  • Jes 53, 6
  • Hes 16,46-50
  • Am 2,4-8
  • Mk 7,20-23
  • Joh 8,34.44
  • Röm 1,21-32; Röm 3,9-18.23; Röm 5,12-14.18-19; Röm 6,20-23
  • Gal 5,19-21
  • Eph 2,1-3; Eph 6,12
  • 1 Petr 5,8-9
  • 1 Joh 1,8-10
  • Offb 12,9.

Gottes Initiative und Plan

Wir glauben, dass Gott begonnen hat, in unserer sündhaften Welt Befreiung und Heilung, Erlösung und Erneuerung zu erwirken. Hätte Gott nicht aus Liebe die Initiative ergriffen, hätte die ganze Menschheit keine Gemeinschaft mit Ihm und keine Hoffnung auf Erlösung.

Von Anbeginn der Zeiten war es Gottes Ziel sich ein Volk zu erschaffen, unter dem Er wohnen kann. Er begann mit Israel. Gott formte diese Bundesgemeinschaft, damit sie in Beziehung zu Ihm lebe, Gottes Segen erfahre und ein Zeugnis für alle Völker sei. Durch die Propheten verkündete Gott Seine Gesetze und Absichten, die unterstreichen, dass Er ein ewig treuer, gerechter und rechtschaffener Gott für alle Menschen ist.

Gottes Liebe zeigt sich am deutlichsten im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi. Durch den stellvertretenden Tod Seines Sohnes Jesus am Kreuz versöhnte Er die ganze Welt mit sich selbst. Dadurch wurde Jesus der eine Mittler zwischen Gott und Menschheit. Wer Christus im Glauben annimmt, wird aus Gnade errettet, nicht auf Grund eigener Leistungen, sondern als Geschenk Gottes.

Gott vergibt denen, die dieses Geschenk annehmen, befreit sie von der Sklaverei der Sünde, schafft in ihnen neues Leben durch Christus und gibt ihnen durch den Heiligen Geist Kraft zur fortwährenden Erneuerung und Reinigung. Er vereint alle Gläubigen aller Zeiten zu Seinem Volk, zu einem Leib, Seiner Gemeinde, und versiegelt sie für das ewige Leben. Wenn am Ende der Zeit die Sünde und der Tod endlich vernichtet und die Erlösten in dem neuen Himmel und der neuen Erde versammelt sind, wird Gott seinen Erlösungsplan vollendet haben.

Antwort der Menschen

Obwohl Jesus in eine von der Sünde beherrschte Welt kam, widerstand Er den Versuchungen und brach damit die Herrschaft der Sünde. Durch Sein gehorsames Leben, Seine bahnbrechende Lehre, Seine vollmächtigen Taten, Seinen Tod am Kreuz und Seine siegreiche Auferstehung hat Christus über Satan und die Mächte der Sünde und des Todes triumphiert. Damit hat Er für alle Menschen die Tür zu einem Leben in der Nachfolge geöffnet. Menschen, denen der Heilige Geist das Herz öffnet, wenden sich von der Sünde ab, vertrauen Gott ihr Leben an, bekennen durch die Taufe Jesus Christus als Herrn und Erlöser und suchen die Gemeinschaft der Familie Gottes. Sie sind wiedergeboren, haben Frieden mit Gott und sind aufgerufen, ihr Leben am Wort Gottes auszurichten, einander zu lieben und in Frieden mit ihren Nächsten zu leben. Als Erlöste leben sie nicht mehr für sich selbst, weil sie von der Macht der Sünde befreit und zu einem neuen Leben berufen wurden.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 6,5-8; 1 Mo 12,1-3
  • Ps 68,19-2
  • Jes 43,1
  • Mt 4,1-11
  • Mk 10,45
  • Joh 1,12 Joh 3,1-21; Joh 13,34-35; Joh 16,8-11
  • Röm 3,24-26; Röm 5,8.12-21; Röm 8,18-25; Röm 10,9-10
  • 1 Kor 1,18
  • 2 Kor 5,14-21
  • Eph 1,5-10; Eph 1,13-14; Eph 2,8-10
  • Kol 1,13-14; Kol 2,13-15
  • Heb 2,14-18; Heb 4,12-13; Heb 5,7-9; Heb 9,11-10.18-28; Heb 11,6
  • 1 Petr 1,9-10
  • 1 Joh 4,7-13
  • Offb 5,9-14; Offb 21,1-4.

Von Gott berufen

Wir glauben, dass die Gemeinde das durch Jesus Christus herausgerufene Volk Gottes ist. Menschen, die diesem Ruf im Glauben folgen, werden durch das öffentliche Bekenntnis der Taufe Teil der örtlichen Gemeinde. Gemeindeglieder folgen Christus nach, indem sie, befähigt durch die Kraft des Heiligen Geistes, ein Leben der verbindlichen Jüngerschaft führen und Ihn in ihrem Alltag bezeugen.

Der Leib Christi

Die Gemeinde der Gläubigen ist ein Leib und besteht aus Männern und Frauen aller Zeiten, jeder Nation, Rasse, Generation und gesellschaftlicher Stellung. Das Haupt dieses Leibes ist Christus. Die Gemeinde macht Christus durch ihre Liebe und Einheit im Geist in dieser Welt sichtbar. Sie besteht als örtliche und als weltweite Glaubensgemeinschaft über Konfessionsgrenzen hinweg.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mt 16,13-20
  • Joh 17,1-26
  • Apg 1,8; Apg 2,1-4; Apg 11,1-18; Apg 15,1-35
  • 1 Kor 12,12-27
  • Gal 3,26-28
  • Eph 1,18-23; Eph 2,11-22; Eph 4,4-6
  • 1 Petr 2,9-12.

Christen freuen sich an der Gemeinschaft mit Gott und mit anderen Gläubigen. Sie schließen sich durch Taufe und Aufnahme einer Ortsgemeinde an, verpflichten sich, zum Aufbau des Leibes Christi beizutragen, und bezeugen die Gute Nachricht der christlichen Hoffnung. In der Gemeinschaft wachsen Mitglieder zur vollen Reife in Christus, indem sie die Frucht des Geistes in ihrem Leben zeigen, ihre geistlichen Gaben einsetzen und die Verantwortung füreinander übernehmen, das christliche Leben einzuüben.

Anbetung

Die Gemeinde zur Zeit des Neuen Testaments versammelte sich am ersten Tag der Woche, um die Auferstehung Jesu Christi von den Toten zu feiern. Die anbetende Gemeinde feiert Gottes Treue und Gnade, erneuert ihre Treue zu Gott, erbaut die Mitglieder des Leibes und fragt nach Gottes Willen für ihr Leben und ihre Mission. Durch ihr gemeindliches Leben, ihre Lieder, Gebete, Verkündigung, kreativen Beiträge, Gaben und Spenden, sowie durch Taufe und Abendmahl betet sie Gott an und verkündigt die Gute Nachricht von Gottes Errettung.

Gegenseitige Verantwortlichkeit

Die Gemeinde ist eine Bundesgemeinschaft, in der die Mitglieder in Glaubens- und Lebensfragen füreinander verantwortlich sind. Sie lieben einander, sorgen füreinander, beten füreinander, teilen ihre Freuden und Lasten miteinander, ermutigen, ermahnen und korrigieren einander. Je nach Bedarf teilen sie auch materielle Mittel untereinander.

Lokale Gemeinden folgen dem neutestamentlichen Beispiel und arbeiten bei übergemeindlichen Angelegenheiten in einem Geist der Liebe, der gegenseitigen Achtung und Abhängigkeit zusammen.

Die Gemeinde erforscht Gottes Willen, indem sie zu verstehen sucht, was richtig und was falsch ist, was weise oder bedenklich ist. Alle Gläubigen ermahnen einander ein Christus ähnliches Leben im Glauben zu führen. Das Neue Testament gibt Anleitung, wie in seelsorgerlicher Weise Konflikte zu lösen und Gemeindezucht auszuüben ist. Wo geschwisterliche Hilfe und Ermahnung nicht angenommen wird, ist die Gemeinde dafür verantwortlich, Glieder, die weiterhin bewusst sündigen, aus ihrer Gemeinschaft auszuschließen. Die Gemeinde versucht dennoch diese Personen zurückzugewinnen. Sie ist bereit zu vergeben und die Gemeinschaft mit denen wiederherzustellen, die Reue empfinden und Buße tun.

Gaben

Gott gibt jedem Gläubigen durch den Heiligen Geist Gaben für das Wohl des ganzen Leibes. Diese Gaben sollen im Dienst für Gott eingesetzt werden, sowohl zum Aufbau der Gemeinde und zur persönlichen Auferbauung als auch zum Zeugnis in der Welt. Alle in der Bibel beschriebenen Gnadengaben, sowohl Dienst- wie auch Lehr- und Wundergaben, haben auch heute noch in der Gemeinde ihren Platz.

Gott beruft und begabt einzelne Glieder für handwerkliche, kreative, diakonische und praktische Dienste. Diese Gaben sind wie alle anderen für die gegenseitige Erbauung und für die Mission der Gemeinde wichtig.

Gott beruft und begabt einzelne Glieder für leitende, pastorale, Predigt-, Lehr- und evangelistische Dienste, damit diese als Leitungsteam die Gemeinde für ihren Dienst befähigen. Im persönlichen Leben der Leiter, in ihren Familien, im Beruf und der Gemeinde soll Christus deutlich erkennbar sein. Die Gemeinde soll unter Gebet und durch die Leitung des Heiligen Geistes solche Leiter erkennen und sie im Geist der Liebe bestätigen, unterstützen, respektieren und darauf achten, dass die gesunde Lehre nicht verlassen wird.

Gott beruft und begabt einzelne Glieder für die Auferbauung der Gemeinde durch Wundergaben. Diese Gaben stellen zeichenhaft Gottes Größe und unsere Abhängigkeit von Ihm dar.

Gott ist der souveräne Geber aller Gaben. Ihre Ausübung wird von der geistgeleiteten Gemeinde geprüft und gegebenenfalls anerkannt.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mt 6,9-13
  • Mt 7,1-5; Mt 18,15-20; Mt 22,34-40
  • Mk 12,28-34; Mk 16,17.18
  • Lk 10,25-37; Lk 24,45-49; Joh 13,1-20
  • Apg 2,37-47; Apg 17,11; Apg 20,7
  • Röm 12,3-8
  • 1 Kor 5,1-8; 1 Kor 12-14; 1 Kor 16,2
  • 2 Kor 2,5-11
  • Gal 5,22-23; Gal 6,1-5
  • Eph 4,11-16
  • 1 Tim 3,1-13
  • Tit 1,7-9
  • 1 Petr 5,1-4.

Der Missionsauftrag und das Gebot der Nächstenliebe

Wir glauben, dass die Gute Nachricht der Erlösung durch Jesus Christus allen Menschen gilt. Christus befiehlt der Gemeinde in alle Welt zu gehen und aus allen Völkern Jünger zu machen, indem sie Menschen zur Buße aufruft, tauft und sie lehrt Ihm nachzufolgen. Jünger und Jüngerinnen Jesu sollen Gott und ihre Nächsten lieben, indem sie die Gute Nachricht in Liebe und Wahrhaftigkeit, in Wort und Tat weitergeben. Das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Rettung der Menschen und soll in Wort und Tat auch den natürlichen und sozialen Bedürfnissen der Menschen zugewandt sein.

Die Zeugen

Die Gemeinde des auferstandenen Christus bezeugt Gottes Herrschaft in dieser Welt. Als erlöste und herausgerufene Gemeinschaft offenbart die Gemeinde mit ihrem Leben die Absicht Gottes, nämlich die Versöhnung der Welt. In ihrer Liebe zueinander und ihrer Treue selbst im Leid, entfaltet sich ihre missionarische Kraft. Der Heilige Geist befähigt jeden Gläubigen, in seiner / ihrer Art Christus zu bezeugen und Menschen zur Versöhnung mit Gott aufzurufen. Die Gemeinde erkennt und sendet Zeugen zu ihren Nächsten und in alle Welt. Christen begegnen Menschen mit anderen Glaubensauffassungen und Lebensweisen mit Liebe und Respekt, verkündigen jedoch in liebevoller Weise Christus als den einzigen Weg zur Erlösung aller Menschen. Obwohl in anderen Religionen Anerkennenswertes gefunden werden kann, warnt die Schrift uns vor Vermischung und falschen Lehren.

Jesus ist der einzige Weg

Wir glauben, dass die rettende Gnade Gottes in Jesus der einzige Weg ist, um die Menschheit mit Gott zu versöhnen. Obwohl das Heil für alle da ist, haben nur solche die Gewissheit eines ewigen Lebens, die ihr Vertrauen auf den Herrn Jesus Christus setzen.

Souveränität Gottes

Gott liebt die Welt und will, dass niemand verloren geht. In souveräner Gnade kann Gott einzelne Menschen in einer Art und Weise ansprechen, die das menschliche Verständnis übersteigt. Die Bibel lehrt, dass Menschen, die das Evangelium ablehnen, unter dem Urteil Gottes stehen. Der Richter der Erde wird gerecht handeln. Unsere Aufgabe ist es allen Menschen in allen Kulturen Christus als den einzigen Heilsweg zu verkündigen.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 18,25
  • Jes 46,1-10
  • Hes 33,1-20
  • Jona 1-4
  • Mt 5,13-16; Mt 8,5-13; Mt 25,31-46; Mt 28,18-20
  • Mk 1,15; Mk 7,24-30; Mk 12,28-34
  • Lk 4,18-21; Lk 10,25-37; Lk 24,45-49
  • Joh 1,12; Joh 3,16; Joh 4,8-42; Joh 14,6; Joh 20,21-23
  • Apg 1,8; Apg 4,12; Apg 14,16-17; Apg 17,22-31; Apg 13,1-3
  • Röm 1,16-17; Röm 10,14-21; Röm 11,33-35
  • 1 Kor 3,11
  • 2 Kor 5,18-20
  • Gal 1,6-9
  • Eph 3,10-11
  • 1 Tim 2,4-5
  • 2 Petr 3,9.1

Wir glauben, dass Menschen, wenn sie das Erlösungsgeschenk Gottes angenommen haben, im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden sollen. Die Taufe gehört zum Anfang des Glaubenslebens und setzt allein die bewusste Glaubensentscheidung für Jesus voraus.

Bedeutung der Taufe

Die Taufe ist ein Zeichen des Abwaschens der Unreinheit durch die Sünde und der Identifikation mit Christus, Seinem Sterben und Auferstehen. Sie ist ein Bekenntnis, dass der Mensch sich von der Sünde abgewandt hat, indem er mit Christus der Sünde gestorben und zu neuem Leben auferstanden ist und den Heiligen Geist erhalten hat. Sie ist das Zeichen des Bundes mit Gott und mit der Gemeinde und eine persönliche Verpflichtung, den Weg der Nachfolge in der Kraft des Geistes zu gehen und Christus mit den Gaben zu dienen, die Gott gibt.

Praxis der Taufe

Wir taufen die, die Jesus Christus als ihren Herrn und Heiland bekennen und Ihm verbindlich als Mitglieder einer Ortsgemeinde nachfolgen wollen. Sie sollen die Bedeutung der Taufe verstehen und aus eigener Initiative um diese bitten. Wir taufen durch Untertauchen, erkennen aber auch andere Formen der Taufe auf das persönliche Bekenntnis des Glaubens an.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mt 3,13-17
  • Mt 28,18-20
  • Apg 2,38-41; Apg 16,31-34; Apg 19,1-7
  • Röm 6,2-6
  • 1 Kor 12,13
  • Gal 3,26-27
  • Eph 4,4-6
  • Kol 2,12-13
  • 1 Petr 3,21

Die Bedeutung des Mahls

Die Gemeinde hält das Mahl des Herrn so, wie es Jesus anordnete. Das Brot und der Kelch erinnern an den Leib und das vergossene Blut Christi zur Erlösung der Gläubigen und der Bestätigung des Neuen Bundes. Die Teilnehmenden verkündigen die Errettungstat Jesu und bringen die Gemeinschaft und Einheit der Gemeinde mit Christus als Liebesmahl zum Ausdruck. Als Mahl des Lobes und Dankes stärkt es den Gläubigen, ruft zu treuer Nachfolge und erfüllt uns mit Vorfreude auf das zukünftige himmlische Hochzeitsmahl.

Die Ausübung

Zur Vorbereitung auf das Mahl des Herrn prüfen sich alle Gläubigen selbst. Alle, die die Bedeutung des Mahls verstehen, Jesus Christus als Herrn in Wort und Leben bekennen und mit Gott und ihrer Gemeinde in Frieden leben, sind eingeladen teilzunehmen.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mt 26,26-30
  • Mk 14,22-25
  • Lk 22,14-20
  • Apg 2,41-47
  • 1 Kor 10,16-17; 1 Kor 11,23-32.

Wir glauben, dass Jesus alle Menschen in Seine Nachfolge ruft. Wer Seinem Ruf folgt, wird durch den Heiligen Geist Jünger bzw. Jüngerin. Dieser befähigt sie im Denken und Tun der Macht der Sünde zu widerstehen und ein Leben in der Heiligung zu führen.

Das Gebet

Jesus nachzufolgen ist nicht in erster Linie eine Sache des Verhaltens, sondern Beziehungspflege mit Jesus. Durch das Gebet wächst die Beziehung und die Kraft zur gehorsamen Nachfolge. Alle Kinder Gottes haben durch den Heiligen Geist Zutritt in die Gegenwart Gottes, in der sie mit ihrem Lobpreis und ihren Gebeten an der Gemeinschaft des Heiligen Geistes mit dem Vater und dem Sohn teilhaben. Durch unsere Bitte um Rettung, Vergebung, Heilung und Führung bringen wir unsere Hilflosigkeit und Abhängigkeit zum Ausdruck und bezeugen gleichzeitig, dass wir allein von Gott Hilfe erwarten. Fasten kann uns helfen, uns ganz auf Christus zu konzentrieren. Das persönliche Flehen und ganz besonders das gemeinsame Gebet hat die Verheißung, von Gott erhört zu werden. Im Dank antworten wir auf Gottes Erhörung.

Der Glaubensgehorsam

Aus Liebe und Dankbarkeit zu ihrem Herrn sind Christen Gott gerne gehorsam. Sie bekennen ihre Sünden, tun Buße und erleben Gottes Gnade und Erneuerung in verbindlicher christlicher Gemeinschaft. Dadurch wachsen sie in ihrer Christusähnlichkeit, verherrlichen Gott und bezeugen Ihn in ihrem täglichen Leben.

Jesus lehrt, dass Jüngerschaft ein Weg der Selbstverleugnung ist, und verspricht denen Segen, die um der Gerechtigkeit willen leiden. Jünger und Jüngerinnen sollen sich den weltlichen Werten und Systemen, der sündhaften Natur und dem Satan widersetzen. Sie sollen nicht durch materielle Dinge gebunden sein. Sie trachten danach, ihre Zeit, ihre Fähigkeiten und ihren Besitz in den Dienst Jesu zu stellen. Ihren Mitmenschen begegnen sie mit Erbarmen und Sanftmütigkeit und suchen Wege der gewaltfreien Konfliktlösung im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben. Sie sind ehrlich und lehnen vulgäres und gedankenloses Gerede ab; sie versuchen Gerichtsverfahren zu vermeiden, besonders gegenüber Glaubensgeschwistern. Jünger und Jüngerinnen wahren sexuelle Reinheit und eheliche Treue und lehnen irregeleitete, voreheliche und außereheliche sexuelle Beziehungen ab. Jesus nachzufolgen bedeutet Ihm im Alltag treu zu sein, damit sich die Frucht Seines Heiligen Geistes mehr und mehr im Leben zeigt.

 

Bibelstellen:

  • 1 Ps 1
  • Am 5,24
  • Mt 18,15-20
  • Mk 8,34-38
  • Joh 8,31-32; Joh 13,34-35; Joh 15,14-15
  • Apg 2,41-47
  • Röm 1,24-32; Röm 8,1-30; Röm 12
  • 1 Kor 6,9-11; 1 Kor 11,1
  • 2 Kor 8-9
  • Gal 2,20; Gal 5,16-26; Gal 6,2
  • Eph 5.1-20
  • Phil 2,5-11
  • Kol 3,1-17
  • 1 Thes 4,3-8
  • 1 Tim 1,9-11; 1 Tim 2,1-10
  • 2 Tim 3,14-17
  • Heb 12,1-3; Heb 13,4-5
  • Jak 1,22-27; Jak 4,7
  • 1 Petr 2,20-25; 1 Petr 3,15; 1 Petr 5,8-9
  • 1 Joh 1,6-9; 1 Joh 2,15-17

Wir glauben, dass Sexualität ein göttliches Geschenk und Ehe und Familie ein Teil der göttlichen Ordnung sind. Gott segnet sowohl Singles als auch Ehepaare und Familien und ermutigt zum Wachstum in der Liebe.

Single

In der Bibel werden Singles in gleicher Weise wie Verheiratete geehrt und die Vorzüge beider Lebensweisen aufgezeigt. Die Gemeinde soll Singles segnen, respektieren und einbeziehen. Singles können mit ihren Möglichkeiten das Reich Gottes auf ihre besondere Weise fördern. Gott ruft alle Menschen auf, ob ledig oder verheiratet, ein reines Leben zu führen.

Ehe

Wir glauben, dass Gott die Ehe zur intimen geistlichen, emotionalen und körperlichen Gemeinschaft von Mann und Frau einsetzte. Sexuelle Intimität und Fortpflanzung haben nur innerhalb der Ehe ihren von Gott geschaffenen Platz. In der Ehe finden zwei reife Partner ihre Erfüllung, indem sie Sorge, Freude, Ideale, Lebensziele und Verantwortung teilen. Die Ehe soll gekennzeichnet sein von Liebe, lebenslanger Treue und gegenseitiger Unterordnung. Christen sollten Christen heiraten und einander im geistlichen Wachstum fördern.

Die Gemeinde segnet und fördert liebevolle Ehebeziehungen. Sie unternimmt alles, um in Krisen geratenen Ehen zu helfen.

Ehen können scheitern – aufgrund menschlichen Versagens und sündhaften Verhaltens. Niemals entspricht dies Gottes Absicht, doch gelegentlich wird eine Gemeinde mit Wahrheit und Mitgefühl den Prozess einer Scheidung begleiten müssen. Geschiedenen spricht sie Hoffnung und Heilung zu, während sie das biblische Gebot ehelicher Treue wahrt.

Familie

Gläubige Eltern sehen ihre Kinder als Gabe Gottes. Eltern sollen ihre Kinder durch ein vorbildliches, gottesfürchtiges Leben erziehen, indem sie liebevoll für sie sorgen, für sie beten, sie in der Schrift unterweisen und zu einem Gott wohlgefälligen Leben ermutigen. Sie erziehen ihre Kinder mit Disziplin, achten und schützen aber ihre Würde und Persönlichkeit.

Kinder sollen ihre Eltern ehren und ihnen gehorchen, weil sie auch dadurch zu Persönlichkeiten reifen können, die Gott gebrauchen kann.

Familienbeziehungen können scheitern, doch durch Vergebung können Eltern und Kinder wieder frei werden Gottes Liebe zu erfahren. Alleinerziehenden, Witwen und Waisen wollen wir als Gemeinde Familie Gottes sein. Sie brauchen in besonderer Weise unseren Schutz und Segen.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1,26-31; 1 Mo 2,18-24
  • 2 Mo 22,15-16
  • 3 Mo 18,22
  • 5 Mo 24,1-4
  • Ps 127,3-5
  • Spr 31
  • Mt 5,32; Mt 10,34-39; Mt 19,3-12; Mt 22,23-33
  • Mk 3,31-35; Mk 7,9-13; Mk 10,6-11
  • Lk 16,18
  • Röm 7,2-3; Röm 14,12
  • 1 Kor 7,8-40
  • 2 Kor 6,14-15
  • Eph 5,21-33; Eph 6,1-4
  • 1 Tim 3,1-13; 1 Tim 5,3-16
  • Heb 13,4
  • Jak 1,27
  • 1.Petrus 3,1-7

Die staatliche Ordnung

Wir glauben, dass Gott die staatliche Ordnung eingesetzt hat, damit sie das Wohlergehen aller Menschen fördert. Nachfolger Christi respektieren die jeweilige Regierung und beten für sie. Christen engagieren sich – gemeinsam mit Anderen in der Gesellschaft –, um Schwachen beizustehen, für Arme zu sorgen und Gerechtigkeit, Rechtschaffenheit und Wahrhaftigkeit zu fördern. Gläubige stellen sich gegen alle Arten von Korruption, Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Sie nehmen ihre Verantwortung in der Gesellschaft wahr, bezahlen ihre Steuern und leisten allen Gesetzen Gehorsam, die nicht in Konflikt mit dem Wort Gottes stehen.

Gott hat Regierungen Autorität gegeben, Ordnung aufrechtzuerhalten und Gesetzesübertreter zu bestrafen. Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu treten dafür ein, dass durch die Ausübung staatlicher Gewalt Leben geschützt und nicht vernichtet wird.

Loyalität der Christen

Weil ihr Bürgerrecht im Himmel ist, sind Christen aufgerufen, dem Staat oder der Gesellschaft niemals dieselbe Loyalität zu erweisen, wie sie Gott und seinem Reich gebührt. Als Repräsentanten Christi sind sie Botschafter der Versöhnung und setzen sich für das Wohlergehen aller Völker ein. Durch die Trennung von Staat und Kirche wahrt sich die Gemeinde Jesu die Freiheit, sich auch kritisch mit kulturellen und gesellschaftlichen Werten und Entwicklungen auseinanderzusetzen. Das Volk Gottes ist als alternative Gemeinschaft daher auch bereit Verfolgung zu leiden, denn es weiß, dass Sünde und Tod nicht das letzte Wort haben.

Da Christen immer die Wahrheit sagen sollten, bedarf es keiner besonderen Beteuerungsformeln – weder vor Behörden noch untereinander. Gläubige können nicht Mitglieder geheimer Organisationen sein, die im Widerspruch zu Gottes Wort und Seiner Gemeinde stehen. Christen sind zu allen Zeiten aufgerufen, als treue Zeugen in dieser Welt zu leben und solche Zwänge abzulehnen, die eine Gefährdung der christlichen Integrität bedeuten könnten.

 

Bibelstellen:

  • 2 Mo 20,13
  • 3 Mo 19,11
  • Ps 82,3-4
  • Jer 29,7
  • Dan 2,21; Dan 3,17-18; Dan 4,17
  • Mt 5,13-16. 33-37; Mt 6,33; Mt 17,24-27; Mt 22,17-21
  • Joh 15,19; Joh 17,14-18
  • Apg 5,29
  • Röm 13,1-7
  • 1 Kor 5,9-13
  • 2 Kor 6,14-18
  • Eph 5,6-13
  • Phil 1,27; Phil 3,20
  • 1 Tim 2,1-4
  • Tit 3,1-2
  • Jak 5,12
  • 1 Petr 2,13-17

Gottes Gemeinschaft des Friedens

Als Kinder Gottes glauben wir, dass Gott Menschen mit sich selbst und untereinander versöhnt, indem Er durch das Leben und Sterben Christi Frieden schaffte. Die Gemeinde ist die Gemeinschaft des Friedens, in der erlöste Menschen in Liebe miteinander leben. Unsere Verbundenheit überwindet alle ethnischen, gesellschaftlichen, geschlechtlichen, generationsbedingten und kulturellen Hindernisse. Wir wenden uns ab vom Hass auf Feinde und von der Achtlosigkeit gegenüber dem Nächsten und hin zu einem Leben in Liebe und Gerechtigkeit gegenüber allen Menschen.

Christen stiften Frieden

Das böse, brutale und unmenschliche Wesen des Krieges und der Gewalt in jeder Form steht im Widerspruch zur neuen Natur des Christen und zum Evangelium der Liebe. Unsere missionarische Verantwortung ist es, Christus, den Friedefürsten, als Antwort auf menschliche Not, Ungerechtigkeit, Feindschaft und Gewalttätigkeit darzustellen.

Wir streben danach in allen Beziehungen Gottes Botschafter der Versöhnung und Friedensstifter zu sein. Dies schließt Situationen, in denen wir persönlich Unrecht erleiden, ein wie auch Situationen gesellschaftlicher Umwälzungen und internationaler Spannungen. Besonders in diesen Situationen sind wir von Jesus aufgerufen und werden bevollmächtigt Feindesliebe zu praktizieren. Wir glauben, es ist nicht Gottes Wille, dass wir Christen uns daran beteiligen, unsere Mitmenschen wirtschaftlich auszubeuten oder ihnen gegenüber Gewalt anzuwenden.

 

Bibelstellen:

  • 2 Mo 14,13-14
  • 2 Mo 20,13
  • Jes 2,2-5
  • Mi 4,1-3
  • Sach 9,9-10
  • Mt 5,3-11. 20; Mt 5,38-48; Mt 22,34-40
  • Lk 10,25-37
  • Röm 12,9-21; Röm 13,8-10
  • 1 Kor 13
  • 2 Kor 5,14-21
  • Eph 2,13-17
  • 1 Petr 2,19-23

Wir glauben, dass jede Person im Bilde Gottes geschaffen und der Anerkennung und Fürsorge würdig ist. Darum widerstehen wir allen Handlungen und Einstellungen, die das menschliche Leben entwerten. Insbesondere Ungeborene, Kinder, Behinderte, sozial Schwache, Alte und Sterbende sind solchen Ungerechtigkeiten schutzlos ausgesetzt. Christus fordert Seine Jüngerinnen und Jünger auf, sich für Schutzlose einzusetzen und ihnen liebevoll durch Anleitung zu Selbsthilfe, in Diakonie und Pflege beizustehen.

Jedes menschliche Leben ist Gott überaus wertvoll. Nur Ihm steht die endgültige Entscheidung über Leben und Tod zu. Deshalb glauben wir, dass Eingriffe mit dem Ziel Leben zu beenden, wie beispielsweise Abtreibung, Euthanasie und aktive Sterbehilfe, die Souveränität Gottes und die Würde des Menschen verletzen. Wir schätzen die Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft, erkennen jedoch, dass der Versuch, das Leben auf unbestimmte Zeit zu verlängern, Grenzen hat. Genauso gilt es in der Abhängigkeit von Gott Grenzen und Möglichkeiten biologischer Forschung abzuwägen. In allen komplexen ethischen Entscheidungen über Fortpflanzung, Leben und Tod versuchen wir im Rahmen der christlichen Gemeinschaft Hoffnung und Heilung, Unterstützung und Beratung, Korrektur und Maßstäbe anzubieten.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1,26-27; 1 Mo 2,7
  • 2 Mo 20,13
  • Hiob 31,15
  • Am 1-2
  • Mt 6,25-27; 25,31-46
  • Lk 4,18-21
  • Joh 10,11
  • Jak 2,1-12

Gottes Schöpfungsauftrag

Wir glauben, dass Gott, dem Schöpfer, das Universum und alle Dinge gehören. Er hat den Menschen die Erde mit ihren Geschöpfen und Ressourcen anvertraut. Gute Haushalter gebrauchen und verteilen den Reichtum der Erde zum Wohl allen Lebens, widersetzen sich jedoch der Ausbeutung der Erde und ihrer Bewohner. Alle Gaben Gottes sollen dankbar angenommen und verantwortlich verwendet werden. Als Christen sind wir berufen uns abzuwenden von einem Lebensstil, der uns und Anderen schadet, hin zu einem Lebensstil, der Ganzheitlichkeit, Heilung, Freude und Frieden fördert.

Großzügiges Geben

Wer Jesus als Herrn bekennt, erfährt auch bezüglich materiellen Besitzes eine Sinnesänderung. Ein maßloses Leben und Streben nach Gütern zur persönlichen Bereicherung stehen im Widerspruch zum Wort Gottes und dem Vorbild Jesu. Jesu Warnung lautet, dass wir nicht Gott und dem Materialismus dienen können.

Die Bibel lehrt ein freudiges, opferbereites und dem Einkommen entsprechendes Geben als dankbare Erwiderung auf die Güte Gottes. Christen verstehen sich nicht als Eigentümer, sondern als großzügige Verwalter ihres Besitzes. In ihrem Umgang mit Geld, Zeit, Fähigkeiten und Einfluss teilen sie mit Armen und Notleidenden und helfen einander in der Gemeinde. Gottes Kinder streben nach einer Lebensweise der Einfachheit und Zufriedenheit.

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1,28; 3 Mo 25
  • Ps 24,1; Ps 115,16
  • Spr 14,31
  • Am 6,4-7
  • Mal 3,6-10
  • Mt 6,19-34; Mt 25,14-30
  • Lk 6,38; Lk 12,13-21
  • Apg 2,42-47; Apg 4,32-37
  • 1 Kor 4,7; 1 Kor 6,19; 1 Kor 16,2; 2 Kor 8-9
  • Gal 6,7; Eph 4,28
  • 1 Tim 6,6-10; 1 Tim 6,17-19
  • Jak 2,1-7. 15-16; Jak 5,1-6
  • 1 Joh 3,16-18
  • Jud 11

Wir glauben, dass Gottes Schöpfungsakt Beispiel für alle menschliche Aktivität und Ruhe ist.

Arbeit

Als Ebenbild Gottes arbeiten Christen treu und ihren Fähigkeiten entsprechend am Auftrag Gottes mit, die Schöpfung zu gestalten und zu bewahren. Sie sollen ihre Fähigkeiten und Mittel zur Ehre Gottes und zum Dienst an ihren Mitmenschen einsetzen. Weil sie in allem Gott und Seinem Reich dienen, sind alle Gläubigen aufgerufen, ehrlich und fleißig zu arbeiten und alle Menschen mit Respekt und Würde zu behandeln.

Ruhe

So wie Gott am siebten Tag ruhte, werden die Menschen aufgefordert regelmäßige Ruhezeiten einzuhalten. Die Ruhe ist ein Ausdruck des Dankes und des Vertrauens, dass Gott für uns sorgt. Er erhält uns und nicht unsere Arbeit. Die zukünftige Ruhe ist uns durch die Auferstehung Jesu zugesichert.

Der Tag des Herrn Nach dem Beispiel des Neuen Testaments versammeln sich die Gläubigen am ersten Tag der Woche, um Jesu Auferstehung zu gedenken. Am Tag des Herrn stärken sich Gläubige durch Anbetung, Lehre im Wort, Gebet, Brotbrechen, Gemeinschaft und Dienst.

 

Bibelstellen:

  • 1 Mo 1,26-2,3; 1 Mo 2,15; 1 Mo 3,14-19
  • 2 Mo 20,8-11
  • 3 Mo 25,1-7
  • 5 Mo 5,12-15
  • Ps 46,10; Ps 95,6-11
  • Pred 3,13
  • Mk 2,23-3,6
  • Lk 24,1-36
  • Apg 2,42-47; Apg 20,7
  • Röm 14,5-10
  • 1 Kor 16,2
  • Eph 6,5-9
  • Kol 2,16-17
  • Kol 3,224,1
  • 2 Thess 3,6-10
  • Heb 4,1-10; Heb 10,23-25
  • Offb 1,10.

Wir glauben, dass unser Herr Jesus Christus am Ende dieses Zeitalters in sichtbarer, triumphierender Weise wiederkommen wird. In Erwartung seiner baldigen Rückkehr muss die Gemeinde immer darauf vorbereitet sein, dem Herrn zu begegnen.

Die letzten Tage

Wir leben seit dem ersten Kommen Christi in den »letzten Tagen«. In dieser Gnadenzeit bezeugen Gläubige durch die Kraft des Heiligen Geistes Jesus Christus, oft auch unter Leid und Verfolgung. Trotz des Widerstandes böser Mächte wird der Gemeinde ein endgültiger Sieg des Reiches Christi zugesichert.

Tod und Auferstehung

Weil Christus durch Seine Auferstehung dem Tod die Macht genommen hat, brauchen Gläubige sich vor dem Tod nicht zu fürchten. Nachfolger Christi leben und sterben im Herrn. Wenn Christus wiederkommt, werden sie auferweckt werden und zusammen mit den Gläubigen, die noch auf der Erde leben, entrückt. Sie werden verwandelt und erhalten neue, herrliche Körper.

Gericht

Wenn Christus wiederkommt, wird er alle Menschen richten. Der Tod wird vernichtet. Satan und seine Mächte und alle, die Christus abgelehnt haben, werden die Qualen der endlosen Hölle erleiden, wo sie für immer von Gott getrennt sind. Gläubige treten vor den Richterstuhl Christi, wo ihr Dienst belohnt und ihr Leben beurteilt wird. Durch die Gnade Gottes gehen sie ein zur ewigen Freude des Reiches Gottes.

Die neue Schöpfung

Wenn Jesus erscheint, werden alle Kinder Gottes mit Ihm vereint und mit Ihm in Herrlichkeit regieren. Schmerzen, Leid und Tod werden aufgehoben sein und die Erlösten werden in einem neuen Himmel und einer neuen Erde leben und gemeinsam mit den Engeln Gott für immer anbeten. Gott wird alle Dinge neu machen und alles in allem sein. Dies ist die Hoffnung aller Gläubigen.

 

Bibelstellen:

  • Mt 24,29-31; Mt 25,13
  • Mk 13,32-37
  • Lk 16,9; Lk 23,43
  • Joh 14,1-3
  • Apg 2,17
  • Röm 8,18-22
  • 1 Kor 3,13-15; 1 Kor 15,26
  • 2 Kor 5,10
  • Phil 1,23
  • 1 Thes 4,13-18; 1 Thes 5,1-11
  • 2 Thes 1,5-12; 2 Thes 2,1-12
  • Tit 2,13; Heb 1,2
  • Heb 9,26-28
  • 1 Petr 1,20; 1 Petr 4,7
  • 1 Joh 2,18; 1 Joh 3,2-3
  • Offb 14,13; Offb 19,17-21; Offb 20,7-15; Offb 21-22